Makros berechnen: Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Tracken
Makros berechnen leicht gemacht: So verteilst du Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate richtig und trackst deine Ernährung Schritt für Schritt zum Ziel.

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Makros berechnen klingt erst mal nach Mathe-Unterricht und Tabellenkalkulation. In Wahrheit brauchst du dafür nur ein paar Minuten, eine Küchenwaage und ein bisschen Geduld in den ersten Wochen. Ich zeige dir hier ganz in Ruhe, wie du deinen Bedarf an Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten ermittelst und so trackst, dass es im Alltag tatsächlich funktioniert.
Was Makros sind und warum sie zählen
Makros ist einfach die saloppe Abkürzung für Makronährstoffe. Gemeint sind die drei großen Energielieferanten in deinem Essen: Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate. Alles, was du isst, setzt sich aus diesen drei zusammen, dazu kommen noch Ballaststoffe und Mikronährstoffe wie Vitamine.
Das Spannende ist, dass jeder dieser Nährstoffe eine feste Menge Energie liefert:
| Makronährstoff | Kalorien pro Gramm |
|---|---|
| Eiweiß | 4 kcal |
| Kohlenhydrate | 4 kcal |
| Fett | 9 kcal |
Du siehst sofort, dass Fett mehr als doppelt so viele Kalorien pro Gramm hat. Das ist kein Grund, Fett zu verteufeln, aber es erklärt, warum kleine Mengen Öl oder Nüsse kalorisch ganz schön ins Gewicht fallen. Wer seine Makros kennt, versteht plötzlich, warum die eine Mahlzeit satt macht und die andere nach einer Stunde wieder Hunger auslöst.
Schritt 1: Den Kalorienbedarf bestimmen
Bevor du auch nur an Gramm Eiweiß denkst, brauchst du deine Gesamtkalorien. Denn die Makros sind nichts anderes als die Aufteilung dieser Gesamtmenge. Ohne diese Basis baust du auf Sand.
Dein Bedarf setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Der Grundumsatz ist das, was dein Körper im völligen Ruhezustand verbraucht. Der Leistungsumsatz kommt durch Bewegung, Arbeit und Sport dazu. Eine grobe Faustformel für den gesamten Tagesbedarf:
- Wenig Bewegung, sitzender Beruf: Körpergewicht in Kilo mal 28 bis 30
- Mäßig aktiv, etwas Sport pro Woche: Körpergewicht mal 31 bis 34
- Sehr aktiv, körperliche Arbeit oder tägliches Training: Körpergewicht mal 35 bis 38
Ein Beispiel: Wiegst du 70 Kilo und bist mäßig aktiv, landest du bei etwa 2.170 bis 2.380 Kalorien pro Tag. Nimm ruhig den mittleren Wert als Startpunkt. Möchtest du abnehmen, ziehst du etwa 300 bis 500 Kalorien ab. Willst du Muskeln aufbauen, gibst du 200 bis 300 dazu. Wer sein Gewicht halten will, bleibt einfach beim Erhaltungsbedarf.
Diese Zahlen sind Schätzungen, keine in Stein gemeißelten Wahrheiten. Nach zwei bis drei Wochen siehst du an der Waage und am Spiegel, ob du nachjustieren musst.
Schritt 2: Das Eiweiß zuerst festlegen
Jetzt kommt der wichtigste Teil. Eiweiß bekommt seinen Platz als Erstes, weil es beim Abnehmen und beim Muskelerhalt die zentrale Rolle spielt. Es hält dich lange satt, schützt deine Muskeln im Kaloriendefizit und hat von allen Makros den höchsten Sättigungseffekt.
Als gute Orientierung gilt:
- Zum Abnehmen und Muskelerhalt: 1,8 bis 2,2 Gramm pro Kilo Körpergewicht
- Im normalen Alltag ohne intensives Training: 1,4 bis 1,6 Gramm pro Kilo
Bleiben wir bei unseren 70 Kilo und einem Abnehmziel. Mit 2 Gramm pro Kilo macht das 140 Gramm Eiweiß am Tag. Diese 140 Gramm mal 4 Kalorien ergeben 560 Kalorien, die schon mal verplant sind. Bist du deutlich übergewichtig, rechne lieber mit deinem Zielgewicht oder einem Wert dazwischen, sonst werden die Eiweißmengen unnötig hoch.
Keine Sorge, du musst diese Menge nicht über teure Shakes erreichen. Quark, Hähnchen, Eier, Linsen, Tofu, Skyr und Fisch bringen dich locker ans Ziel.
Schritt 3: Das Fett einplanen
Fett ist kein Feind, sondern lebensnotwendig. Es steuert deinen Hormonhaushalt, hilft bei der Aufnahme bestimmter Vitamine und macht das Essen schmackhaft. Genau deshalb solltest du es nie zu stark kürzen.
Eine sinnvolle Untergrenze liegt bei etwa 0,8 Gramm pro Kilo Körpergewicht. Viele fühlen sich mit 1 Gramm pro Kilo noch wohler. Für unsere Beispielperson mit 70 Kilo bedeutet 1 Gramm pro Kilo also 70 Gramm Fett. Diese 70 Gramm mal 9 Kalorien ergeben 630 Kalorien.
Setze dabei auf gute Quellen wie Olivenöl, Avocado, Nüsse, fetten Fisch und Eier. Du musst Fett nicht aktiv suchen, es versteckt sich ohnehin in vielen Lebensmitteln. Wer hier zu sparsam wird, klagt oft über schlechte Laune, Heißhunger und trockene Haut. Das ist es nicht wert.
Schritt 4: Die Kohlenhydrate auffüllen
Die Kohlenhydrate sind der entspannteste Teil der Rechnung, denn sie bekommen einfach den Rest. Du hast deine Gesamtkalorien, du hast Eiweiß und Fett abgezogen, was übrig bleibt, sind deine Kohlenhydrate.
Rechnen wir es für unser Beispiel mit einem moderaten Defizit zu Ende. Nehmen wir 1.900 Kalorien als Tagesziel.
- Eiweiß: 140 g = 560 kcal
- Fett: 70 g = 630 kcal
- Zusammen also 1.190 kcal
Bleiben 710 Kalorien für Kohlenhydrate. Geteilt durch 4 ergibt das rund 177 Gramm Kohlenhydrate pro Tag. Fertig ist deine erste Makroverteilung: 140 g Eiweiß, 70 g Fett und etwa 177 g Kohlenhydrate.
Ob du diese Kohlenhydrate aus Reis, Kartoffeln, Haferflocken, Obst oder Brot holst, bleibt dir überlassen. Vollkornvarianten und viel Gemüse liefern dir mehr Ballaststoffe und halten länger satt, das ist der einzige echte Unterschied, der im Alltag zählt.
Schritt 5: Richtig tracken im Alltag
Die schönste Rechnung nützt nichts, wenn du im Alltag nur schätzt. Studien zeigen immer wieder, dass Menschen ihre Portionen massiv unterschätzen, oft um mehrere Hundert Kalorien. Deshalb gehören zwei Werkzeuge auf deine Liste.
Die Küchenwaage
Wiege in den ersten Wochen alles, was du isst, im rohen Zustand. Das fühlt sich anfangs pedantisch an, aber nach kurzer Zeit hast du ein erstaunlich gutes Augenmaß. Du wirst überrascht sein, wie wenig 30 Gramm Nüsse oder ein Esslöffel Öl in echt sind.
Die Tracking-App
Eine App wie eine der gängigen Kalorienzähler-Anwendungen nimmt dir das Rechnen ab. Du trägst deine Makroziele ein, scannst Barcodes oder suchst Lebensmittel, und die App zeigt dir live, wie viel noch übrig ist. Ein paar Tipps aus der Praxis:
- Trage deine Mahlzeit ein, bevor du sie isst, dann kannst du noch nachsteuern.
- Speichere Lieblingsgerichte als Vorlage, das spart enorm Zeit.
- Plane deinen Tag morgens grob vor, so vermeidest du böse Überraschungen am Abend.
- Sei ehrlich zu dir selbst, auch der Schluck Saft und der Keks zwischendurch zählen.
Niemand trackt für immer auf das Gramm genau. Das Ziel ist, ein Gefühl zu entwickeln, das dich irgendwann auch ohne App durch den Tag trägt.
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest
Zwei Stolperfallen sehe ich besonders oft. Erstens das Wochenende: Viele tracken brav von Montag bis Freitag und vergessen samstags und sonntags, dass auch dort Kalorien existieren. Schon zwei lockere Tage können dein Defizit der ganzen Woche aufheben.
Zweitens die übertriebene Strenge. Wenn du dich wegen 5 Gramm Kohlenhydraten verrückt machst, hältst du das keinen Monat durch. Makros tracken soll dir Klarheit geben, nicht Stress. Eine kleine Abweichung nach oben oder unten ist völlig normal und ändert an deinem Ergebnis gar nichts.
Fazit
Makros zu berechnen ist keine Geheimwissenschaft. Du bestimmst deinen Kalorienbedarf, legst das Eiweiß als wichtigsten Baustein fest, sicherst dir genug Fett und füllst den Rest mit Kohlenhydraten auf. Mit Waage und App machst du das Ganze im Alltag greifbar. Gib dir zwei bis drei Wochen Zeit, beobachte deine Ergebnisse und justiere in Ruhe nach. Du wirst merken, dass du nach kurzer Zeit ein Gespür entwickelst, das dir viel Freiheit zurückgibt.
Fragen aus der Community
Häufige Fragen zu diesem Thema, beantwortet von unserem Team.
Was sind Makros überhaupt?
Sandra Klein
Diätassistentin
Makros ist die Kurzform für Makronährstoffe, also Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate. Diese drei liefern deine Energie in Form von Kalorien und bestimmen, wie dein Körper auf deine Ernährung reagiert.
Muss ich Makros zählen, um abzunehmen?
Lena Wagner
Gesundheitscoach
Nein, zwingend ist das nicht. Entscheidend für die Gewichtsabnahme ist ein Kaloriendefizit. Makros zu tracken hilft dir aber, satt zu bleiben und Muskeln zu erhalten, weil du gezielt genug Eiweiß isst.
Wie genau muss ich beim Tracken sein?
Sandra Klein
Diätassistentin
In den ersten Wochen lohnt sich genaues Wiegen, damit du ein Gefühl für Mengen bekommst. Später reicht oft eine grobe Schätzung. Eine Abweichung von fünf bis zehn Prozent ist völlig in Ordnung.
Kann ich auch ohne App Makros berechnen?
Lena Wagner
Gesundheitscoach
Ja, mit einem Taschenrechner und den Nährwertangaben auf den Verpackungen geht das auch. Eine App nimmt dir aber sehr viel Rechenarbeit ab und macht das Ganze im Alltag deutlich praktikabler.
Was passiert, wenn ich meine Kohlenhydrate nicht erreiche?
Dr. Julia Berg
Ernährungswissenschaftlerin
Das ist meist unproblematisch, solange dein Eiweiß und deine Gesamtkalorien stimmen. Kohlenhydrate sind eher ein Energie- und Wohlfühlfaktor. Fühlst du dich schlapp, darfst du ruhig ein paar mehr einplanen.
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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an qualifiziertes Fachpersonal.
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